Warum dieses Thema wichtiger ist, als viele denken
In meiner Praxis in Kreuzlingen begegnen mir regelmäßig Kundinnen, die mir während der Beratung von ihrer Autoimmunerkrankung erzählen – oft unsicher, ob Permanent Make-up für sie überhaupt infrage kommt. Die gute Nachricht vorweg: In den allermeisten Fällen ist PMU auch bei Autoimmunerkrankungen möglich. Aber es braucht eine sorgfältige Vorbereitung, offene Kommunikation und manchmal auch die Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt.
Seit 2006 arbeite ich mit Kundinnen, die unterschiedlichste gesundheitliche Voraussetzungen mitbringen. Meine BAG-Zertifizierung nach V-NISSG verpflichtet mich nicht nur rechtlich, sondern auch menschlich dazu, jeden Fall individuell zu bewerten. Denn Autoimmunerkrankungen sind so vielfältig wie die Menschen, die damit leben.
Was sind Autoimmunerkrankungen – und warum spielen sie bei PMU eine Rolle?
Bei Autoimmunerkrankungen richtet sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe. Das kann unterschiedlichste Organe und Systeme betreffen: die Schilddrüse (Hashimoto), die Gelenke (Rheumatoide Arthritis), die Haut (Psoriasis, Lupus), den Darm (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) oder das Bindegewebe (Sklerodermie).
Für Permanent Make-up sind vor allem drei Aspekte relevant:
- Heilungsfähigkeit der Haut: Manche Autoimmunerkrankungen können die Wundheilung verlangsamen oder beeinträchtigen.
- Immunreaktion auf Pigmente: In seltenen Fällen kann das überaktive Immunsystem auf die eingebrachten Farbpigmente reagieren.
- Medikamente: Viele Betroffene nehmen Immunsuppressiva, Kortison oder Biologika – und diese können Einfluss auf Heilung und Farbergebnis haben.
Die häufigsten Autoimmunerkrankungen in meiner Praxis
Hashimoto-Thyreoiditis ist mit Abstand die Autoimmunerkrankung, die mir am häufigsten genannt wird – oft in Kombination mit Haarausfall oder dünner werdenden Augenbrauen. Hier ist PMU nicht nur möglich, sondern oft eine echte Erleichterung im Alltag.
Auch Kundinnen mit Rheuma, Psoriasis oder Lupus behandle ich regelmäßig. Entscheidend ist immer: Wie stabil ist die Erkrankung? Gibt es akute Schübe? Welche Medikamente werden genommen? Und wie reagiert die Haut allgemein auf Verletzungen?
Wann ist Permanent Make-up bei Autoimmunerkrankungen möglich?
In den meisten Fällen kann ich Permanent Make-up auch bei Autoimmunerkrankungen durchführen – vorausgesetzt, die Erkrankung ist stabil und gut eingestellt. Das bedeutet:
- Es liegt aktuell kein akuter Schub vor
- Die Haut im Behandlungsbereich ist gesund und nicht entzündet
- Die Medikation ist stabil (keine kürzlich erfolgte Umstellung)
- Die Wundheilung war bei früheren Verletzungen oder Eingriffen unauffällig
Bei manchen Erkrankungen – etwa bei aktivem Lupus mit Hautbeteiligung oder bei Sklerodermie im Gesichtsbereich – kann es sinnvoll sein, auf PMU zu verzichten oder zumindest sehr vorsichtig zu sein. Hier ist eine individuelle Risikoabwägung nötig.
Die Rolle der Medikamente: Kortison, Immunsuppressiva und Co.
Viele meiner Kundinnen mit Autoimmunerkrankungen nehmen dauerhaft Medikamente ein. Das ist kein grundsätzliches Hindernis, aber es gibt ein paar Dinge, die wir beachten müssen:
Kortison kann die Haut dünner machen und die Wundheilung verlangsamen. Das bedeutet nicht, dass PMU unmöglich ist – aber ich arbeite besonders sanft und plane mehr Zeit für die Heilung ein.
Immunsuppressiva und Biologika dämpfen das Immunsystem, was theoretisch das Infektionsrisiko erhöht. In der Praxis ist das bei sauberer Arbeit und guter Nachsorge aber selten ein Problem. Wichtig ist, dass die Dosierung stabil ist und keine akute Immunschwäche vorliegt.
Blutverdünner wie ASS oder Marcumar können zu stärkeren Blutungen während der Behandlung führen. Auch hier gilt: nicht unmöglich, aber es braucht Erfahrung und angepasste Technik.
Ärztliche Rücksprache – wann ist sie nötig?
Bei den meisten Autoimmunerkrankungen reicht ein offenes Gespräch in der kostenlosen Beratung. Wenn die Erkrankung aber aktiv ist, mehrere Medikamente eingenommen werden oder Unsicherheit besteht, empfehle ich immer die Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt.
Ich stelle gerne eine kurze schriftliche Anfrage zur Verfügung, die Sie Ihrer Ärztin vorlegen können. Darin beschreibe ich die geplante Behandlung und bitte um Einschätzung. Das gibt allen Beteiligten Sicherheit – auch mir.
Besonderheiten bei der Heilung und beim Farbergebnis
Bei manchen Autoimmunerkrankungen kann die Heilung etwas länger dauern oder anders verlaufen als üblich. Das bedeutet nicht, dass das Ergebnis schlechter wird – nur dass wir geduldiger sein müssen.
Auch das Farbergebnis kann variieren: Manche Kundinnen mit Hashimoto berichten, dass die Farbe bei ihnen schneller verblasst. Andere mit Psoriasis haben eine völlig normale Farbhaltung. Das lässt sich vorher nicht mit Sicherheit sagen – deshalb plane ich bei Bedarf eine Nachbehandlung ein, die individuell angepasst wird.
Warum gerade Kundinnen mit Autoimmunerkrankungen von PMU profitieren
Viele meiner Kundinnen mit Autoimmunerkrankungen kommen zu mir, weil die Erkrankung sichtbare Spuren hinterlassen hat: Augenbrauen, die durch Hashimoto oder Alopecia areata ausgedünnt sind. Wimpern, die durch Rheuma-Medikamente brüchig geworden sind. Lippen, die durch Lupus an Farbe verloren haben.
Permanent Make-up kann hier nicht die Erkrankung heilen – aber es kann ein Stück Normalität und Selbstbewusstsein zurückgeben. Und das ist für viele meiner Kundinnen unbezahlbar.
So bereiten Sie sich optimal auf die Behandlung vor
Wenn Sie eine Autoimmunerkrankung haben und Permanent Make-up in Erwägung ziehen, empfehle ich folgende Schritte:
- Vereinbaren Sie ein kostenloses Beratungsgespräch – persönlich in Kreuzlingen oder per WhatsApp (+41 79 413 27 61)
- Bringen Sie eine Liste Ihrer aktuellen Medikamente mit
- Informieren Sie mich über aktuelle Schübe oder Hautprobleme
- Holen Sie bei Unsicherheit eine ärztliche Einschätzung ein
- Planen Sie etwas mehr Zeit für die Heilung ein
Mein persönliches Fazit nach 18 Jahren Erfahrung
Autoimmunerkrankungen sind kein genereller Ausschlussgrund für Permanent Make-up – aber sie erfordern Erfahrung, Sorgfalt und individuelle Betrachtung. In meiner Praxis in Kreuzlingen, direkt an der Grenze zu Konstanz, nehme ich mir die Zeit für genau diese Betrachtung.
Wenn Sie unsicher sind, ob PMU für Sie infrage kommt: Schreiben Sie mir eine Nachricht, schicken Sie ein Foto, kommen Sie vorbei. Gemeinsam finden wir heraus, was möglich ist – und was Ihnen wirklich guttut.